Freitag, 19. Oktober 2012

Mutterstolz oder Ein Kreis schliesst sich

Heute möchte ich Euch zwei Werke vom Sohnemann aus dem letztjährigen Kunstunterricht an der Schule zeigen. Nicht nur, dass ich diese Werke toll finde, sondern auch noch aus einem anderen Grund:

Als Söhnchen etwa 4 Jahre alt war, sollte er im Kindergarten ein Familienbild malen. Meinem Mann und mir malte er blaue Haare. Daraufhin bat ihn die Kinderpflegerin der Gruppe ein neues Bild mit "richtigen" Haaren zu malen. Sohn weigerte sich, er fand sein Bild toll. Daraufhin musste er im Zimmer bleiben und puzzeln, während die anderen Kinder im Garten spielten. Als ich ihn mittags abholte, erzählte mir die Kinderpflegerin die ganze Geschichte, ich wußte nicht, wie ich reagieren sollte. Innerlich zog sich mein Magen zusammen, wir lebten in einem kleinen Ort, wollte auch keinen Aufstand machen, noch dazu als auch "Pädagogische". Nahm also nach kurzem Gespräch, wo ich sehr deutlich meine Meinung zu (oder eben für) blauen Haaren sagte, mein trauriges Kind mit nach Hause.
Es kam wie es kommen musste: von diesem Tag an wollte mein sehr kreatives Kind nicht mehr malen. Kunstunterricht in der Schule war ihm ein Schrecken. Er lebte seine Kreativität anders aus: zimmerte die tollsten Sachen aus Holz, formte mit Ton, baute aus Ästen und Seilen Kunstwerke. So ging das bis zum letzten Schuljahr. Er bekam eine sehr nette Referendarin in Kunst. Diese lies die Kinder frei machen. Z.B. las sie ihnen die Königgeschichte vor und die Kinder sollten IHREN König formen. Sohn hatte das erste Mal in seiner Schullaufbahn eine sehr gute Kunstnote.

Das Wichtigste aber: Sohn ist mit dem Fach Kunst versöhnt. Mein Mutterherz hüpft vor Freude, ein Kreis schliesst sich und er kann wieder ein Stück selbstbestimmt auf seinem Weg weitergehen. Auch wenn es 10 Jahre gedauert hat!

Kommentare:

  1. Wie schön, dass er seinen Weg geht und wie schrecklich, was manche "Pädagogen" anrichten...
    LG von der Maus

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  2. Deine Zeilen geben mir zu denken und das war ja erst vor 10 Jahren, nicht in der Kriegszeit!!
    Das ist traurig, die wissen nicht was sie anrichten, gut hatte dein Sohn so eine verständnisvolle Mutter!!!
    Liebe Grüsse maggy

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  3. ...ein Glück hat er sich mit der Kunst versöhnt. Wäre schade gewesen, wenn er das Kriegsbeil nicht begraben hätte. Tolle Werke!
    LG, Kristina

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  4. Hallo

    Kompliment an deinen Sohn. Der König sieht klasse aus und das gemalte Bild würde ich auch in der Wohnung aufhängen. Super !!!!! hat er toll gemacht.

    LG Andrea

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  5. Hallöchen,
    ich als auch "Pädagogische" kann da nur den Kopf schütteln, wenn ich deine Zeilen lese.
    Außerdem haben wir Lehrer schon manchmal den Verdacht, dass die Kindergartenfräuleins mit Pädagogik und Didaktik nicht viel am Hut haben. ;-) Wie kann man nur ein vierjähriges Kind bestrafen, weil es fantasievoll ist??? Hatten diese Personen denn keine Kindheit in der es auch Feen, Zauberer oder sonstige verrückte Fabelwesen gab?
    Ich für meinen Teil lasse sogar meine 9- und 10 jährigen Kinder noch wilde, bunte Katzen applizieren, die es NICHT in Wirklichkeit gibt!
    Schön, dass dein Sohn sich noch mit der Kunst versöhnt hat, wäre schrecklich gewesen, wenn nicht!

    Liebe Grüße Susi

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    1. PS: Die Katzen kannst du auf meinem Blog ansehen, wenn du Lust dazu hast...

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  6. Wie man sieht hat sich Gottlob die Lage geändert und dein Sohn zeigt trotz blauer Haare Kunst verständniss das der Lehrerin wohl fehlt .Kannst Stoz sein auf deinen Sohn .Lieben Gruß Karin ja mit dem Verständnis der Lehrer steh ichheute bei meinen Enkeln oft auf Kriegsfuss lach

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    1. Liebe Karin,

      man beachte, das war damals kein Lehrer sondern eine Kindergärtnerin! ;-)
      Jetzt muss ich mal meine Kolleginnen und Kollegen in Schutz nehmen!
      LG Susi

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