Sonntag, 24. Juli 2016

Das Leben ist gerade sehr stürmisch ...

... und deshalb war es hier so ruhig. Ihr kennt das bestimmt: da gibt es die Zeiten, in denen alles in ruhigen Wellen verläuft, vorhersehbar und im Fluss. Und dann gibt es die anderen Zeiten: unvorhergesehen, stürmisch, ja schon eine Sturmflut und man droht den Halt zu verlieren. So ging es uns in den letzten beiden Wochen: für den Sohn gab es überraschende Wendungen bezüglich seiner schulischen Zukunft. Jetzt ist eine neue Perspektive gefunden, aber die Wunden sind noch tief, mussen noch gepflegt werden, damit sie verheilen. 
Eigentlich sollte in meiner stressigen Arbeit nun der Endspurt beginnen, zwei Wochen noch, dann Urlaub und dann auf in die Teilzeit auf einer neuen Arbeitsstelle, ja, eigentlich. Aktuell ist es wohl so, dass noch sehr unklar ist, wann ich meine neue Arbeit antreten kann. Meine aktuelle Stelle nachzubesetzen ist schwer, sehr unsicher, wann es sein wird. Aber ein bisschen Endspurt ist doch für mich, in zwei Wochen ist Urlaub und ich darf mich auf eine Woche Südtirol mit dem Mann freuen. Der Sohn hat die letzte Schulwoche, die er zusammen mit seiner Klasse in Berlin verbringt, Klassenfahrt, mit allem, was dazu gehört. 
Küchenarbeit, die Ernte des Gartens verarbeiten, bringt mich oft runter, erdet mich. Ich versuche mehr auf mich zu achten, mir Gutes zu tun. Langsam kehrt meine Kraft zurück, ich brauche gerade meine kleinen Inseln, eine davon ist meine Küche, in der ich gerade viel Obst entkerne und zu  Marmelade koche, Gemüse putze und für den Winter konserviere.
Viele Abschiede stehen an, von Kollegen, Klienten und Kindern. Dabei habe ich immer im Hinterkopf, dass es ein langer Abschied sein kann, da ich vielleicht noch bis zum Jahresende da bin, nach den Schulferien - trotz Verabschiedung - wieder weitermachen muss. Schön ist es kleine Abschiedsgeschenke auszusuchen und zu verpacken für all die, die mir über die Jahre in der Arbeit ans Herz gewachsen sind. Momentan merke ich oft, wie reich ich mit den Menschen um mich herum beschenkt bin.
Und dann merke ich in den momentanen Lebensstürmen, wie nah der Mann, der Sohn und ich uns sind, das tut gut. Wie wir das gemeinsam bewältigen, uns unterstützen und schätzen. Dankbar bin ich für die Anteilnahme von Bekannten, Freunden und Kollegen. Gespräche, die mir neue Perspektiven eröffnen, mich hinterfragen und mich trösten.
Ja, und so hoffe, ich dass die schlimmsten Stürme nun vorbei sind, die Wellen wieder ruhiger werden. So langsam sehe ich wieder die Sonne hervorblicken. Das gehört wohl auch zum Leben, ich werde nun die ruhigeren Zeiten wieder anders schätzen ...

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